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Bevor die Gamescom 2018 beginnt: Lass nochmal über die E3 reden

Nächste Woche findet die Gamescom 2018 statt und so langsam beginnen die ersten Infos ans Tageslicht zu kommen. Aber bevor wir in die nächste Etappe des Messe-Sommers starten, wollte ich noch einmal Revue passieren lassen, was denn bei der E3 dieses Jahr so los war. Denn ganz ehrlich: So richtig konnte ich mich nicht mehr erinnern, was dort alles gezeigt wurde.

Fast zwei Monate ist es her, dass die Electronic Entertainment Expo 2018 die Spielerschaft an die Bildschirme lockte. Zum Glück war ich dieses Jahr zu der Zeit in den USA, also musste ich mir nicht die Nächte um die Ohren schlagen um alle Konferenzen zu sehen. Und was soll ich sagen, ich war insgesamt wieder einmal echt zufrieden mit der Messe.

Bei jeder Konferenz war ein kleines oder großes Spiel dabei, das auf meiner Wunschliste gelandet ist. Natürlich gab es auch Dinge, die mich nicht interessiert haben oder die ich (im schlimmsten Fall) wirklich mies fand. Hier sind meine Highlights der einzelnen E3-Präsentationen:

Electronic Arts

Insgesamt gab es drei Ankündigungen, über die ich mich gefreut habe. Unravel war ein liebevolles Puzzle-Jump’n’Run mit wunderschöner Optik und tollen Physikrätseln. Der Nachfolger Unravel Two ist auf Zweispieler-Koop ausgelegt und wurde direkt nach der Präsentation veröffentlicht.

Ein weiteres Indie-Spiel, das mich beeindruckt hat, ist Sea of Solitude. Das Spiel kommt vom Berliner Entwickler Jo-Mei Games. Das Hauptthema des Spiel ist Einsamkeit. Wie es sich spielt wurde noch nicht wirklich gezeigt, aber es sieht aus wie ein Action-Adventure, in dem man die Welt erkundet und hin und wieder Geschicklichkeitseinlagen absolviert.

Zu guter Letzt wurde noch kurz ein neues Spiel im Star Wars-Universum angeteased, das den Titel Star Wars Jedi: Fallen Order trägt. Das Spiel kommt von Respawn Entertainment, wird ein Action-Adventure und spielt zwischen Episode III und IV. Zu sehen gab es davon leider nix, aber das hört sich doch schon einmal gut an. Die Kampagne von Titanfall 2 war ja auch sehr gut, nur hat sie fast keiner gespielt.

Microsoft

Eins kann ich direkt sagen: Microsoft hat einfach alles umgepustet dieses Jahr. In 100 Minuten wurde einem hier ein Dauerfeuer an Spielen um die Ohren gepfeffert bis man kaum noch wusste, wo oben und unten ist. Unter den 50 gezeigten Spielen waren sowohl bekannte Marken als auch neue IPs. Ich habe mich mal nur auf die Spiele beschränkt, die ich auf jeden Fall zocken will.

Noch mehr Indie: Das kleine, wendige Wesen Ori kehrt für einen zweiten Teil zurück. Ich hoffe, dass Ori and the Will of the Wisps genau so ein traumhaftes, knackig schweres und motivierendes Metroidvania wird wie der Vorgänger.

Die Macher von Life is Strange, Dontnod Entertainment, hatten das neue Mini-Adventure The Awesome Adventures of Captain Spirit dabei. Man erlebt darin die Geschichte eines kleinen Jungen, der seine Probleme bewältigt, indem er sich vorstellt ein Superheld zu sein. Im Spiel sollen Hinweise auf Life is Strange 2 zu finden sein. Das Beste ist aber, dass Captain Spirit komplett kostenlos ist. Das sollte jedem Story-Fan einen Blick wert sein.

Das süße Tunic, das an klassische 2D-Zeldas erinnert, wird ein Exklusivtitel für die Xbox. Der Protagonist ist dabei aber kein spitzohriger Jüngling, sondern ein Fuchs. Sieht echt toll aus.

Auch Cuphead-Fans dürfen sich auf Nachschlag freuen. Das Spiel mit der Cartoon-Optik und dem fiesen Schwierigkeitsgrad bekommt nächstes Jahr einen DLC. Bis dahin habe ich dann auch das Hauptspiel mal durch. Aber ernsthaft, egal wie abgedroschen das Thema ist, dieses Spiel ist einfach sauschick.

Und dann war da noch ein Spiel, über dessen Ankündigung es viele Gerüchte gab. Die Fans waren bereit und bekamen die volle Ladung über alle Maßen coole Dämonenklopperei mit Devil May Cry 5. Mit moderner Grafik und hoffentlich der gleichen charmanten Edgyness wie früher, wird dieses Spiel bestimmt ein Hit. Der Trailer hat mich jedenfalls genug angefixt um die HD Trilogy wieder einzuwerfen.

Honorable Mentions: Sekiro: Shadows Die Twice von From Software, Tales of Vesperia: Definitive Edition von Bandai Namco, Battletoads  und Gears of War 5 von Microsoft und natürlich Cyberpunk 2077 von CD Projekt.

Bethesda

Rage 2 sieht nach einem flotten Shooter aus, ein bisschen wie Doom im Mad Max-Universum. Vorallem scheint es mehr Persönlichkeit zu besitzen als der braun-graue erste Teil.

Wo wir gerade von Doom sprechen, auch dieses Highlight von 2016 bekommt einen Nachfolger. Doom Eternal wurde auf der E3 angeteased und vor einigen Tagen auf der QuakeCon näher vorgestellt. Keine Überraschung: Es sieht fantastisch aus. Mehr Waffen, mehr übertriebene Effekte und mehr Bewegungsfreiheit. Und es erscheint sogar für die Nintendo Switch! Wer hätte damit gerechnet?

Mein letztes Highlight bei Bethesda war Wolfenstein: Youngblood, ein Spin-Off mit Fokus auf Zweispieler-Koop. Dieses Mal schlüpft man aber nicht in die Rolle von BJ, spielt seine beiden Töchter. Nach den letzten Wolfenstein-Teilen bin ich mir sicher, dass auch dieses Spiel gut wird.

Honorable Mentions: The Elder Scrolls VI und Starfield. Leider hatte Bethesda nur JPG-Dateien der Logos dabei, darum gibt es nicht viel dazu zu sagen.

Square Enix

Square Enix hat dieses mal eine sehr kurze Präsentation abgeliefert, in der viele Spiele schon in anderen Konferenzen gezeigt wurden. Trotzdem gab es ein paar feine Spiele zu sehen.

Dragon Quest XI sieht einfach fantastisch aus und wird bestimmt ein wahres Fest für JRPG-Fans. Das Spiel erscheint am 4. September im Westen, für alle Neugierigen gibt es inzwischen schon viele Importtests und Vorschauen im Netz.

Babylon’s Fall ist das neue Spiel von Platinum Games. Der knapp zwei Minuten lange Trailer zeigt hauptsächlich den Artstyle, lässt aber ein Fantasy-Actionspiel erahnen. Das würde ja auch zu Platinum passen. Bis das Spiel erscheint, habe ich hoffentlich endlich Nier: Automata in Angriff genommen (verdammter Backlog!).

Und dann war da natürlich Kingdom Hearts III. Ich bin ein riesiger Fan der Reihe und warte gespannt darauf, wie die Geschichte um den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit enden wird. Wer bisher der Story nicht folgen konnte, hat übrigens inzwischen die Möglichkeit, die gesamte Reihe auf der PS4 zu spielen. Das kann ich nur empfehlen. Im Laufe der E3 wurden mehrere Trailer zum Spiel gezeigt, die alle etwas Neues enthüllen. Hoffentlich bleibt es diesmal beim angesetzten Releasedatum Ende Januar 2019.

Ubisoft

Bei Ubisoft hat man sich dieses Jahr sehr darauf konzentriert, bereits erschienene Spiele (z.B. The Crew, For Honor, Rainbow Six Siege) mit neuen Inhalten zu versorgen. Trotz dieses Fokus‘ auf „Games as a Service“ gab es auch neue Spiele zu sehen.

Beyond Good and Evil 2 bekam einen neuen Trailer, der wieder verdammt gut aussah. Wie nah das an der tatsächlichen Spielgrafik dran ist, wird sich natürlich zeigen. Aber es ist einfach schön, dass ein Spiel auf das so viele Fans lange gewartet haben jetzt so viel Liebe bekommt. Neben den Charakteren aus dem letzten Trailer gab es dieses Mal auch Jade, die Protagonistin aus Teil 1, zu sehen. Da das ganze ja ein Prequel sein soll, darf man auf die Story sehr gespannt sein.

Der DLC zu Mario+Rabbids: Kingdom Battle wurde kurz vorgestellt. Ich kann es immer noch nicht glauben, was für ein gutes Spiel Ubisoft da gezaubert hat. So absurd sich die Grundidee anhört, so viel Spaß macht das Spiel.

Honorable Mention: Skull & Bones sieht aus wie Sea of Thieves in gut und scheint wohl die weitergedachte Version der Seeschlachten aus Assassin’s Creed zu sein. Probieren würde ich’s.

Sony

Sony kündigte schon vorher an, nur einige wenige Spiele zeigen zu wollen, diese dafür aber umso ausführlicher. Den Anfang machte hier The Last of Us 2, das wirklich hammermäßig zu werden scheint. Sowohl das Schleichen als auch die Action sehen unglaublich dynamisch aus (was natürlich die Frage aufwirft, wie geskriptet die gezeigt Sequenz war)  und die Cutscene, in der wir Ellie sehen wie sie mit ihrer Freundin tanzt, redet und knutscht, lassen auf eine ähnlich mitreißende und persönliche Geschichte wie im Vorgänger hoffen. Ich vertraue da Naughty Dog komplett.

Als nächstes gab es dann Ghost of Tsushima, das wie ein Assassin’s Creed im feudalen Japan wirkt. Schleichen, klettern, meucheln und zwischendrin epische Katana-Duelle. Das Ganze wird von der wunderschön designeten Umgebung abgerundet. Ich bin gespannt auf mehr, denn Sony hat bei Exklusivtiteln bisher immer abgeliefert.

Die Entwickler von Max Payne und Quantum Break  waren ebenfalls mit einem Trailer am Start. Der zeigt eine Protagonistin, die Telekinese beherrscht und viele Actionszenen mit Schwerkraftmanipulation. Das Spiel trägt den Namen Control und kommt nächstes Jahr. Remedy machen zwar nicht viele Spiele, aber bisher mochte ich sie alle (besonders Alan Wake).

Spider-Man erscheint schon Anfang September und sieht aus, als würde es richtig viel Spaß machen. Rumschwingen, Bösewichter verkloppen und die Superschurken wieder ins Supergefängnis „The Raft“ zurückbringen, natürlich mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Spider-Man-Spiele waren eigentlich immer spaßig, aber dieses Mal könnte es ein echter Kracher werden.

Honorable Mentions: Death Stranding, auch bekannt als Norman Reedus and the Funky Fetus wurde wieder gezeigt, diesmal sogar mit Gameplay. So besonders klar wurde immer noch nichts, aber man bleibt trotzdem neugierig. Ach und irgendwo zwischendrin wurde Nioh 2 angekündigt.

Nintendo

Die Nintendo-Präsentation war dieses Jahr etwas … sagen wir mal polarisierend. Von 40 Minuten ging es mehr als die Hälfte nur um Smash Bros. Ultimate. Wer mit der Klopperei aber nichts anfangen kann, war sicher etwas enttäuscht. Ich für meinen Teil freue mich auf die Rückkehr aller bisherigen Kämpfer sowie die bisher bekannten Neuzugänge (Ridley, King K. Rool, Simon & Richter Belmont, Chrom).

Aber auch der kleine, Smash-freie Teil der Präsentation hatte Perlen zu bieten. Hollow Knight stand direkt nach der Show zum Download bereit (und es ist unfassbar gut), das Indie-Arcadegame Killer Queen Black zieht nun auch auf der Switch in den Kampf und dann gab es noch Trailer zum kommenden Fire Emblem: Three Houses und einem Mecha-Actionspiel aus dem Hause Marvelous mit dem Titel Daemon X Machina. Das ist zwar nicht viel, aber diese Spiele behalte ich trotzdem im Auge (oder spiele sie schon, denn Hollow Knight war ein Sofortkauf für mich).

Klingt doch eigentlich gar nicht schlecht, oder?

Nachdem ich mir nun alle Präsentationen nochmal angesehen habe, kann ich schon verstehen warum manche Leute etwas ernüchtert waren. Man merkt einfach, dass sich die aktuelle Konsolengeneration dem Ende zuneigt. Statt einer großen Flut an AAA-Titeln (wie es z.B. 2015 war, als die Generation noch neu war und Final Fantasy 7 Remake, Horizon Zero Dawn, Shenmue III, The Last Guardian, die Xbox-Abwärtskompatibilität, Smash Bros.-DLC, Star Fox Zero und vieles mehr auf einmal angekündigt wurden), wurde eher auf wenige, teilweise schon bekannte Titel tiefer eingegangen.

Ein persönlicher Trend für mich ist, dass der Indiesektor mich oft mehr anspricht als die großen Produktionen. Ein Halo 6 gibt mir inzwischen weniger als ein Tunic, das wirklich liebevoll gemacht aussieht. Die letzten Jahre waren fantastisch für Gamer. Geniale Spiele wie Persona 5, Nier: Automata, God of War, sowie der Launch der Nintendo Switch inklusive The Legend of Zelda: Breath of the Wild haben die Erwartungen vieler Spieler in ungeahnte Höhen getrieben. Aber auch wenn mir dieses Jahr bei der E3 nicht schwindelig wurde vor Glück (so wie 2015, holy crap), gab es dennoch genug um zu sagen: Ich bin zufrieden damit und ich hab ordentlich Bock auf diese Spiele.

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