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Mein Hype für Spyro Reignited Trilogy

In zwei Tagen erscheint die Spyro Reignited Trilogy und für viele Spieler*innen kehrt damit ein Stück Kindheit zurück auf die Konsole. Ich gehöre leider nicht zu dieser Gruppe, denn ich war ein totales Nintendokind und hatte mit den Sony-Maskottchen, egal ob Beuteldachs oder lila Drache, nix am Hut. Damals jedenfalls.

Ich habe die originale Spyro-Trilogie Anfang dieses Jahres zum ersten Mal gespielt. Kurz darauf folgte die Ankündigung des Remakes und ich war sofort mittendrin im Hype. Einige Monate, Trailer, Verschiebungen und Download-Kontroversen später sind wir (abgesehen von den Glückspilzen, die es vom Händler des Vertrauens schon früher ergattern konnten) nun kurz davor, das Spiel in den Händen zu halten. Das ist also der perfekte Moment, noch einmal auf die alten Spiele zurück zu blicken und über meine Hoffnungen für das Remake zu sprechen.

Spyro ist kein typischer Drache. Er ist klein, lila und hat eine ziemlich freche Klappe. Trotzdem liegt das Schicksal der Welt einen seinen Händen (oder Pfoten?). Egal ob er seine in Kristall gefangenen Artgenossen befreien, den fiesen Ripto vertreiben oder die Dracheneier vor der Nashorn-Zauberin beschützen muss, Spyro ist immer bereit den Bösewichtern den Hintern heiß zu machen. In den Spyro-Spielen steht der Sammelaspekt mehr im Vordergrund als superknackige Geschicklichkeitseinlagen. Es geht darum, die Level zu erkunden und mithilfe von Spyros Fähigkeiten Rätsel zu lösen, Sprung- und Flugeinlagen zu meistern und alle Sammelgegenstände zu finden Das funktioniert einfach wunderbar, denn die Steuerung ist zuverlässig und genau. Spyro rennt, springt und gleitet und es entsteht ein Spielfluss voller Bewegungsfreude. So ist es kein Wunder, dass man die Welten gerne bis in die letzte Ecke durchsucht. Für Abwechslung sorgen verschiedene Minispiele, die entweder bekannte Spielmechaniken abwandeln, wie etwa ein Eishockeyspiel in einem verschneiten Kloster, oder komplett neue Elemente einführen wie die kultigen Skateboardeinlagen (deren Inspiration von den Tony Hawk-Spielen stammt, mit denen einer der Entwickler damals seine Freizeit verbrachte). Der letzte Teil der Trilogie führt sogar mehrere neue spielbare Charaktere neben Spyro ein. Auch die Bosskämpfe werden von Teil zu Teil ausgeklügelter. Generell sind die Spiele knifflig, aber nie bockschwer oder frustrierend (da hätte sich Crash Bandicoot mal eine Scheibe abschneiden können).

Man merkt der Reihe einfach die sprudelnde Kreativität und die Liebe der Entwickler*innen an. Ernsthaft, ich glaube wenn jemand heute etwas Unkonventionelles wie „Wir setzen den Drachen auf ein Skateboard“ vorschlüge, würde die Person für verückt erklärt werden. PS1-Spiele sind optisch meist nicht besonders gut gealtert. Dank vieler kleiner Details kann die Spyro-Trilogie aber auch heute noch punkten. Besonders die Animationen der Gegner sind herrlich, zum Beispiel erschrecken sie, wenn Spyro sie überrascht, verhöhnen ihn wenn er Treffer kassiert, oder zeigen ihm sogar den blanken Hintern (Ob das wohl im Remake bleibt?). Drumherum ist jede Welt mit einer eigenen Farbpalette gestaltet, die speziell im Himmel zur Geltung kommt. Um Weitsicht in den Levels zu ermöglichen, setzte Insomniac Games auf eine simple aber geniale Methode: Je weiter man sich von einem Objekt entfernt, desto niedriger wird dessen Auflösung. Kommt man näher, lädt das Spiel eine bessere Version. Das Sahnehäubchen auf dem Collectathon-Kuchen ist die Musik von Stewart Copeland, dem Drummer der Band The Police. Diese glänzt durch energiegeladene Beats und antreibende Melodien. Kann man auch im Alltag mal im Hintergrund laufen lassen für ein bisschen Spyro-Power. Interessanterweise hatte die Europäische Fassung mehr Musikstücke als die US-Version (welche es auch im PSN zum Download gibt).

Die Spyro-Trilogie wurde quasi von heute auf morgen meine liebste Playstation-Plattformer-Reihe (neben Sly Cooper. Da könnte auch mal wieder ein neuer Teil kommen). Was erwarte ich also von der Reignited Trilogy? Ich hoffe natürlich, dass Entwickler Toys For Bob dem Gefühl der Originale treu bleibt. Besonders die farbliche Gestaltung und die Musik haben viel zur Atmosphäre des Spiels beigetragen. Ich hoffe, dass man den Spielen zu neuem Glanz verhilft, ohne diese Stimmung zu verlieren. Speziell für Fans sollte auch an der Steuerung nicht zu viel geändert werden, damit man die alten Skills direkt im neuen Spiel wieder anwenden kann. Ansonsten passiert so etwas wie in der Crash Trilogy, wo die Sprünge auf einmal kürzer waren als früher. Aber sind wir ehrlich, die Trailer und Interviews zeigen schon, dass die Entwickler echte Spyro-Fans sind und das Spiel wie ihr Baby behandeln. Wir können also bestimmt auch mit kleinen Quality of Life-Verbesserungen rechnen (wie übersichtlichere Menüs etc.), die den Ansprüchen von heute gerecht werden. Ziemlich blöd finde ich natürlich, dass nach der Verschiebung trotzdem nicht die ganze Trilogie auf der Disc sein wird und man große Teile zusätzlich herunterladen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Interesse des Studios ist und vermute dahinter Druck von Publisher Activision, der das Spiel wohl auf Teufel komm raus vor Weihnachten im Laden haben wollte.

Trotzdem freue ich mich wie ein Kind auf die Spyro Reignited Trilogy. Viele erleben damit ein Spiel so, wie es damals in ihren Köpfen aussah. Ich sehe eine Möglichkeit für die Reihe, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und vielleicht sogar einen neuen Teil in der Zukunft.

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